Vortrag zur Agrarreform in Trittau 1772


Eckart Harders trägt vor gut 50 Zuhörern vor
Foto: A. Willkomm

Am 10.11.2011 lud die Trittauer Stiftung zur Förderung der Geschichtskultur zu einem Vortrag zum Thema Verkopplung in Trittau in die Wassermühle ein. Die Verkopplung war eine Agrarreform, die in Schleswig Holstein bereits im Jahr 1772 stattgefunden hatte. Für die damals etwa vierhundert Trittauer Einwohner (60 Höfe), brachte die Verkopplung einschneidende Veränderungen und auch eine Menge Arbeit mit sich. Das Land der Dorfschaft Trittau wurde neu aufgeteilt und aus Gemeinschaftseigentum wurde Privatbesitz.

Anlass für die Agrarreform war die bevorstehende Pleite des dänischen Königshofes und seiner Fürstentümer, da man auch damals schon permanent über seine Verhältnisse lebte. Bisher wurden die Ländereien in der sogenannten Dreifelderwirtschaft (es wechselte Brache, Winter- und Sommerkorn) gemeinsam von allen Höfen des Dorfes als Feldgemeinschaft bewirtschaftet. Nun wurde die Überlegung angestellt, dass der Ertrag pro Morgen Land erheblich zu steigern wäre, wenn die Bauern für sich selbst (und natürlich für die Steuer) arbeiten würden. Unter großem Aufwand wurde alles Land neu vermessen und so gerecht wie möglich aufgeteilt. Die Bauern waren nun aber gehalten, ihre Äcker voneinander abzugrenzen und mussten dafür die noch heute vorhandenen Knicks anlegen. Viel Arbeit, die sich aber gelohnt hat, der Ertrag stieg damals um das Doppelte bis Fünfzehnfache, und brachte dem König und den Fürstenhäusern reichlich Geld ein, was diese dann wieder in kriegerische Aktivitäten und natürlich in ihren persönlichen Luxus investieren konnten.


BM Walter Nussel, Bruno Scharnberg (von li.)
Michaela Droege und Eckhard Harders
vor der Verkoppelungskarte von 1772
Foto: A. Willkomm

Amtsarchivar Oliver Mesch, Stiftungsvorsitzender Eckhard Harders und Stiftungsbeirat Bruno Scharnberg referierten sehr unterhaltsam und veranschaulichten den etwa fünfzig interessierten Zuhörern ihre Aussagen mit altem und neuem Bild- und Kartenmaterial.

Highlight des Abends war die Übergabe einer Landkartenkopie, die die Aufteilung von 1772 darstellt, an den anwesenden Bürgermeister Walter Nussel beziehungsweise an die Gemeinde Trittau. Nach Vorstellung der Stiftungsmitglieder würde diese Karte im Verwaltungsgebäude aufgehängt und so den Bürgern Trittaus zur Ansicht und Information zur Verfügung gestellt, einen tollen Hingucker im Rathaus abgeben. Ein tolles Geschenk, über das sich Walter Nussel sehr freute und das mit Sicherheit einen ganz besonderen Platz erhalten wird.