Mit Literatur reif für die Insel

Trittauer Schüler lesen und bearbeiten Campe-Roman
Stormarner Tageblatt, 23.6.2007, Text und Fotos: Eva Dahlmann


Spaß an der nicht ganz einfachen Lektüre
Die Schüler der Klasse 6d mit Dr. Hans-Jürgen
Perrey (hi. re.) und Ralph Dröge (li. daneben)

Literatur ist doch langweilig. Damit lockt man junge Leute doch nicht mehr hinterm Ofen vor. Oder? Weit gefehlt. Fast einen Monat haben sich die 31 Schüler der Klasse 6d am Gymnasium Trittau das Buch „Robinson der Jüngere“ des Pädagogen und Aufklärers Joachim Heinrich Campe gelesen und selbstständig darüber geforscht. Gestiftet hat die Bücher die Trittauer Stiftung zur Förderung der Geschichtskultur (Vorsitzender: Ralph Droege).

„Robinson der Jüngere“ zählt zu den berühmtesten Jugendbüchern der Weltliteratur, aber für heutige Jugendliche ist das 1779 geschriebene Werk nicht so einfach. Campe, der auch drei Jahre in Trittau lebte, hatte sich Daniel Defoes Buch „Robinson Crusoe“ als Ideensteinbruch ausgesucht, um Kindern die Menschheitsgeschichte näher zu bringen und ihnen zu erklären, wie man in der Wildnis überlebt und sich „reif für die Insel“ macht.

Elf Themen um Campe, das Buch und Trittau erarbeiteten die jungen Forscher und brachten ihre Erkenntnisse auf große Stellwände. „Ich fand das gut, dass wir das gemacht haben“, sagt Steven Lohmann, der mit seinen Freunden Rene Wilke und Leonhard Behrendt das Thema „Hamburg zur Zeit Campes“ bearbeitet hat. „Das hat Spaß gemacht und wir haben viel gelernt.“ So spürte Leonhard mit der Kamera Bauwerke auf, die schon im 18. Jahrhundert in Hamburg standen. „Das wären Themen gewesen, die wir im Unterricht nicht gemacht hätten“, findet auch Rene Wilke.


„Das hat Spaß gemacht“,
sagen (v. l.) Rene Wilke (12), Leonard Behrendt (12)
und Steven Lohmann (12) über ihre Arbeit
am Thema „Hamburg zur Zeit Campes“

„Es ist viel spannender mit Gruppen zu arbeiten. Da sagt der Lehrer nicht, was man machen soll“, so Pia Ceglarek, die mit Christin Harhoff und Alexander Selkirk das echte Vorbild für die Romanfigur Robinson Crusoe nachforscht. Die Schülerinnen wollten einfach wissen, wie die Geschichte wirklich war und was sowohl Defoe als auch Campe daraus gemacht haben. Ganz wie es richtige Forscher auch machen.